Mittwoch, 27. Juli 2011

Mittwoch, 27. Juli 2011

Früh, sehr früh stehen wir auf. Die Sonne ist noch nicht aufgegangen, aber die Helligkeit reicht aus. Die Temperatur ist sehr angenehm.
Um 06.20 Uhr werden wir von einem deutschsprachigen Reiseführer namens Ayhan mit einem modernen Bus abgeholt. Ayhan erklärt uns, dass er ein archäologischer Reiseleiter sei, was in der Türkei ein Hauptberuf sei. Nach einem Frühstückshalt auf 625 m ü. M. fahren wir mit einer zweiten Gruppe weiter, während Ayhan uns Informationen zur türkischen Geschichte weitergibt.
Die ganze Fahrt hindurch erfahren wir Interessantes über die Umgebung und unser Zielort. Die Strassen werden an vielen Orten verbreitert und daher sind viele Baustellen zu finden. Umleitungssignalisation oder ähnliches fehlt aber, die meisten fahren, wie sie wollen. Die Strasse, zwischendurch auch nur Kies, ist aber auch breit genug für vier Autos.
Nach dem höchsten Punkt unserer Reise (1200 m ü. M.) halten wir auf einem Aussichtspunkt an. In der Ebene reiht sich ein Haus ans andere, die Sicht ist spannend.
Die grössere Ortschaft vor der Sehenswürdigkeit, Denizli, ist bekannt für ihren Hahn, der mit 36 Sekunden am längsten krähen kann.
Erst halten wir unten am Pamikkale, am weissen Baumwollschloss. Die Aussicht zeigt, wie gross diese Kalkablagerungen insgesamt sind. Ayhan erklärt uns, dass diese 3 cm pro Jahr wachsen. Der nächste Halt ist beim Eingang in den Park. Die Hitze ist enorm, es hat kaum Schatten. Aber der Blick auf die blauen, gefüllten Becken ist gigantisch! Um Moosablagerungen zu verhindern, die entstehen würden, wenn das Wasser konstant in den Becken liegen würde, wurde ein Rotationssystem entwickelt, das die Becken abwechslungsweise füllt oder leer lässt.
Wir werden zum uralten Thermalbad geführt und Sandra und ich lassen uns erst mal die Füsse bei Dr. Fish putzen. Das geht so: Füsse und falls gewünscht Hände waschen, auf die Bank sitzen und die Füsse ins Becken der kleinen Fische halten. Diese Fische beginnen sofort, an der Haut zu saugen, es kitzelt am Anfang sehr. Das soll die Haut reinigen und Schuppengeflechte entfernen. Zudem werden den Fischen Kräfte ähnlich wie Akkupunktur nachgesagt. Wir zwei "geniessen" gespannt die 10 Minuten Behandlung. Ich bin stolz auf mich, sonst gehe ich Fischen im Wasser ja gewöhnlich aus dem Weg. Aber das hier hat noch Spass gemacht (und ich konnte ja sehen, dass es nur kleine Fische waren;-)). Die Abkühlung im Bad entpuppt sich als Wärme, denn die Wassertemperatur im überfüllten Freiluftbecken beträgt etwa Körpertemperatur. Da das Bad früher mal eingestürzt ist, liegen im Becken noch antike Säulen, an denen wir uns immer wieder die Zehen stossen. Am tiefsten Punkt ist es ca. 5 m tief. Schwimmen ist nicht möglich, denn ich habe noch nie so viele Leute in einem solchen Becken gesehen!
Zur Abkühlung gönnen wir uns ein Glace und machen uns mit unseren Kameras auf zu den Kalksinterterassen. Ich wäre gerne nähe heran, aber wir respektieren die Grenzen bei diesem UNESCO Weltkulturerbe. An einer Stelle kann man barfuss durch diese Terrassen laufen. Der Menschenstrom an dieser Zone ist unglaublich! Die Wächter müssen auch immer wieder Leute zurückpfeiffen, die mit Schuhen durchlaufen oder in die geschützten Bereiche eindringen. Mich faszinieren diese Ablagerungen, aber ich fühle mich unwohl bei so vielen Menschen, die zum Teil wenig Rücksicht nehmen.
Immerhin ist die Temperatur angenehm, wenn die Füsse im Wasser sind. Kaum verlassen wir die Barfusszone, brennt die Sonne wieder so gut sie kann.
Der Guide führt uns zu einem Restaurant, wo es (um halb drei) Mittagessen gibt. Obwohl wir im Schatten sitzen, kann ich nicht abkühlen. Das Thermometer im Auto sagt mir auch wieso: Draussen herrschen 48 Grad! So etwas hatte ich noch nie! Ich bin froh, ist unser Bus so gut klimatisiert.
Auf der Rückfahrt erzählt Ayhan wieder etwas, aber wir vier schlafen alle ein. Insgesamt dauert die Fahrt knapp vier Stunden, jeweils mit kurzen Trinkstops.
Wenn ich wach bin , schaue ich mir die Umgebung an, die sicher einen ausflug wert wäre, wenn da nicht diese hohe Temperaur wäre. Die Landschaft ist speziell und überall sind Minarette zu sehen. Leider reicht die Zeit nicht, eines genauer anschauen zu können.
Zurück im Hotel ist die Temperatur wieder auf 26 Grad gesunken, es ist aber auch schon halb 8 Uhr. Wir packen und geniessen ein letztes Mal das frische Buffet draussen und das immer noch unklare Dessertbuffet (keine Ahnung, was wir jeweils essen, manchmal schmeckt es, manchmal nicht). Chrigi und Sandra ziehen noch los an den Strand um Fotos in der Nacht zu machen, während Martin merkt, dass er viel zu wenig getrunken hat und mit Kopfschmerzen ins Bett sinkt.
Heute also keine Spiele und so früh ins Bett wie noch nie. Aber wir werden morgen um 0425 bereits abgeholt und sind dann bald wieder in der kalten Schweiz...

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